Überwachungswahnsinn oder tatsächlich von Relevanz?

Ich las eben drei Artikel:

  • http://www.heise.de/newsticker/meldung/Spiegel-BND-weitet-Internet-Ueberwachung-aus-1889298.html
  • http://www.heise.de/newsticker/meldung/BKA-Chef-wirbt-trotz-PRISM-weiter-fuer-die-Vorratsdatenspeicherung-1889259.html
  • http://www.heise.de/tp/artikel/39/39342/1.html

Es verwirrt mich, dass es immer noch eine große Lobby für den ganzen Überwachungswahnsinn zu geben scheint. Es spricht nichts dagegen, in der realen Welt Menschen zu beschatten und den „großen Lauschangriff“ auszuführen, sofern entsprechend tragfähige Verdachtsmomente und eine richterliche Anordnung vorliegen. Dieses geheimdienstliche oder bundeskriminalamtliche „wir suchen und überwachen aber das trifft eigentlich nur Verdächtige und die paar die wir sonst noch abhören sind nicht schlimm“-Gesabbel wiederum ist nicht schön. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diejenigen, die lauthals nach „MEHR!!!!!“ lechtzen es hinnehmen würden, würde man sie derart überwachen. Ganz davon abgesehen, dass Konzepte wie Steganografie nutzbar und „tote Briefkästen“ auch im Internet problemlos etablierbar wären, würde man das wollen. Genauso wie man Bomben ja auch ohne Handies fernzünden kann (wenngleich die GSM-Infrastruktur einem natürlich ein wenig Arbeit abnimmt oder einen Vorsprung bringen kann). Den Vogel abgeschossen haben sie in meinen Augen, als Diplomaten im Rahmen der Gx-Gipfelei abgehört wurden. Man schämt sich vor gar nichts mehr – und wundert sich über mangelndes Vertrauen?