In der Ruhe hätte möglicherweise die Kraft gelegen. In der Hektik, so zeigt auch dieser (Link entfernt, überaus unpassend wurde die Veröffentlichung des Briefes auf den Webseiten des BDK durch einen Redirect zu einer Stellungnahme zu eingegangenen Kommentaren ersetzt – super Aktion!) schnell dahin geschriebene offene Brief seitens des BDK-Vorsitzenden, liegt sie jedenfalls nicht. Es darf in Deutschland jeder seine Meinung sagen – manchmal sollte man aber vor der Veröffentlichung noch einmal darüber nachdenken. Die Bitte um die Eskalation des Themas „Vorratsdatenspeicherung“ zur Chefsache mit „Hochachtungsvoll“ abzuschließen, halte ich für eher wenig förderlich. Auch kommt es so zu Stilblüten wie „in Gesprächen mit der sog. Netzkultur“ (Übrigens eine zusätzliche Frechheit, derartige Abkürkzungen in einem persönlich adressierten aber öffentlichen Brief zu verwenden). Nunja, die Eile und die Panik über das Sicherheitsvakuum, … kennt eigentlich jemand „Buzzword-Bingo“? Vakuum – Kriminalitätsbekämpfung – Internet – Hochrisiko – Sicherheit – Bürger – BINGO!
Meine Meinung übrigens ganz allgemein dazu: Wir müssen Menschen aufklären, nicht mit dummem Zeug und Panikmache zuschwallen. Mehr geschulte Beamte, weniger Generalverdacht und mehr Aufklärung der User über sicheres Banking, sicheren Umgang mit dem eigenen Computer, SPAM/Bots, keine BSI-Cybercrime-Ideen wie der Bundestrojaner und durchdachte, angemessene Gesetze sowie die Ausstattung der Polizei mit Mann und Gerät würden uns meiner Meinung nach deutlich weiter bringen als dieses wilde Aktionismus-Tum und die hektische Oszillierei, die seit einiger Zeit die „Internet-Politik“ beherrscht. Man kann und wird nicht alles regeln können. Also sollte man da ansetzen und seine Hausaufgaben machen, wo es geht, statt pauschal Freiheitsrechte einzuschränken. Herr Dr. Papier hat Einsicht und einen Lerneffekt sowie einen verantwortungsvolleren Umgang mit den Grundrechten eingefordert. Man darf gespannt sein, scheinbar ist das mal wieder an einigen Personen vorbei gegangen.