Schmerzmittel-Packungen sollen kleiner werden bzw. Großpackungen verschreibungspflichtig. Auch „wurde bekannt“, dass Aspirin und Paracetamol zum Tode führen können. Ich weiß, ich wiederhole mich: „Ach…“.
Dass Paracetamol bei Überdosierung zu Leberschäden führen kann, ist nicht nur lange bekannt, sondern steht auch ganz eindeutig im Beipackzettel. Dass Aspirin wiederum blutverdünnend wirkt, weiß jeder, der mit dem Begriff „TAH“ etwas anfangen kann. Klar, dass dann Blutungen auslösende Operationen verschoben werden müssen.
Auf einem Klebstoff las ich neulich, dass dieser ein Lösungsmittel mit relativ kryptischem Namen enthalte, und dass dieses allergische Reaktionen auslösen könne. Das stand früher auch schon auf den Tuben drauf, nur anders: „Berührung mit der Haut und den Schleimhäuten vermeiden, Dämpfe können Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit hervorrufen, nicht einatmen“. Die letzte Formulierung ergibt sich aus dem gesunden Menschenverstand; in der Regel riechen Lösungsmittel nicht besonders gesund. Die erste Formulierung (die allergischen Reaktionen) ist weitaus schärfer und führte bei mir fast dazu, auf die Anwendung des Klebers zu verzichten (woraufhin ich ein Paar Hausschuhe hätte wegwerfen müssen – mit dem Klebstoff laufe ich seit vier Wochen problemlos weiter auf ihnen, weil sich die noch profilierte Sohle nur an der Spitze ein wenig gelöst hatte).
Zusammengenommen ergibt das meiner Meinung nach relativ klar, dass Anwender von chemischen Verbindungen im Haushalt wieder mündiger werden müssen. Klare Hinweise bei Medikamenten bezüglich der maximalen Einzel- und Tagesdosis (meinetwegen mit Sicherheitsrechnung), noch besser die aus Stoffdatenblättern bekannte LD50-Angabe in mg/kg Körpergewicht würden hier Klarheit auch für Nicht-Mediziner schaffen. Im Gegenzug sollten Hinweise auf Alltagschemikalien aus der Angabe des Stoffs (im Kleber-Beispiel des Lösemittels) und den R- und S-Sätzen bestehen. Der Hinweis, dass dieser Klebstoff allergische Reaktionen hervorrufen kann, ist in meinen Augen kompletter Murks, da weder die Dosis noch der Weg der Aufnahme angegeben sind. Ähnliches gilt für Gartengifte, Anti-Schimmel-Farbe, Sanitärsilikon und Co. – von daher kann ich nur bedingt nachvollziehen, dass jetzt bei Schmerzmitteln so ein Aufschrei kommt.
Ich habe zu diesen Aussagen entgegen gebracht bekommen, dass „doch nicht jeder so viel Interesse an so etwas hat wie ich“ – mag sein. Für den ist dann der bisher auch schon vorhandene Hinweis auf Maximaldosen aber entweder hilfreich und er hält sich dran – oder eben sowieso vergebens, weil er oder sie es nicht liest. SchmerzmittelMISSBRAUCH wird sich nicht dadurch eindämmen lassen, dass man Patienten für zu dumm hält. Entweder, es ist Absicht – oder Fehlverhalten. Und dagegen hilft nur, für alle verständliche Beipackzettel zu schreiben oder sinnvolle Aufdrucke auf lösemittelhaltigen Klebstoffen aufzubringen.