XAMPP im lokalen Test-Environment jetzt wieder 1.7.3 statt 1.7.4 – die mySQL-Komponente funktioniert nicht, User-Logins gehen schief. Wieder eine halbe Ewigkeit umsonst an irgendeinem Mist herumkonfiguriert und nirgendwo sinnvolle Fehlermeldungen gefunden *grummel*.
Archiv des Autors: mdiedrich
Krank zur Arbeit ist teuer
Telepolis meldete es nicht als einziges Medium: „Krank zur Arbeit zu gehen, kostet Arbeitgeber angeblich Milliarden“ – darauf wäre ja niemand gekommen. Obwohl in dem Artikel respektive der Studie gar nicht berücksichtigt worden zu sein scheint, dass kranke Arbeitnehmer ja auch noch andere anstecken können…
Mord oder Totschlag? [Update 03.06./23:26]
In letzter Zeit häufen sich wieder die Meldungen über schwer verletzte Opfer von Betrunkenen an Bahn- und U-/S-Bahnsteigen. Erst heute meldete der Spiegel wieder einen Fall.
Im §211 StGB (Mord) heißt es:
(2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen (…) einen Menschen tötet.
Ich bin sicher niemand, der bei allem möglichen Scheiß härtere Strafen fordert. Meiner Meinung nach würde eine konsequente Anwendung der Strafregeln in den meisten Fällen vollkommen ausreichen.
Im Fall betrunkener U-Bahn-Schläger fordere ich aber pauschal eine Anklage auf versuchten bzw. vollendeten Mord. Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass jemand, der zur Befriedigung des Geschlechtstriebs (ein Trieb, wie der Name ja schon sagt) tötet, pauschal ein Mörder ist – jemand, der im Suff (und in den meisten Fällen weil er nicht allein ist und sich dabei geil vorkommt) einen anderen Menschen „ohne Grund“ schwer verletzt oder gar durch Schläge und Tritte gegen Kopf und Oberkörper tötet, aber mit Totschlag „davon kommt“. Da erschließt sich mir der tiefere Sinn überhaupt nicht und ich habe für alkoholisierte Prügelbolde in Bezug auf die Unversehrtheit menschlichen Lebens kein auch noch so geringes Verständnis.
[Update 03.06.2011/23:26]: Es scheinen zwei Gruppen aneinander geraten zu sein, die sich über das Design ihrer Vatertags-Bollerwagen stritten (Spiegel). Ganz davon abgesehen, dass das selbst im Suff ein lächerliches Thema ist, fiel mir in dem verlinkten Artikel auf (und ich zitiere):
Dann scheinen sich die Gemüter wieder beruhigt zu haben, die Gruppen sich zu trennen. Doch einer aus der Clique mit dem Einkaufswagen geht noch einmal auf Knut H. zu, der ihm den Rücken zudreht. Der 24-jährige Mann holt aus und schlägt H. mit der Faust in den Hals-Nacken-Bereich. Knut H. bricht zusammen.
Selbst wenn hier „ausnahmsweise“ einmal nicht auf einen am Boden liegenden eingeschlagen wurde, ergab sich eine letztendlich tödliche Verletzung (mit der man hätte rechnen können, wenn man auf die HWS schlägt), die durch einen gezielten Schlag von hinten auf den Kopf-/Nackenbereich mit einer offensichtlich ziemlichen Gewalt ausgeführt wurde. Somit ist zwar die Tathandlung und -intention als solche tatsächlich eine andere – und entsprechend wäre dies tatäschlich ein Fall für „Totschlag“ (man kann dem Täter tatsächlich die Absicht unterstellen, keine derart massive Verletzung hervorzurufen geplant zu haben – das ist nur meine Meinung). Meine geschilderte Ansicht in Bezug auf aggressive Betrunkene bleibt jedoch ansonsten bestehen.
(2) Mörder ist, wer
- aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
Alleingang beim Atomausstieg?
Der Spiegel online meldet, die europäischen Nachbarländer wären irritiert. Irritiert über den „Deutschen Alleingang in Sachen Atomausstieg“. Besonders pro-Atom-Nationen sind quasi vollkommen verwirrt, hatte man doch angenommen, die von der SPD und den Grünen einstmals eingeleitete Atom-Endrunde wäre bestenfalls eine fixe Idee. Um so deutlicher zeigt, dass in der EU tatsächlich derartige Annahmen zu existieren scheinen. Und es wird deutlich, dass „unsere Angela“ tatsächlich erst seitdem ihr die Felle seit Fukushima und der Asse recht deutlich bei dem Thema weg schwimmen ernst macht. Nicht ganz ernst, aber eben schon ernst, irgendwie. Ich begrüße den Atomausstieg, und mir kam spontan der Gedanke, dass sich der Energiesparlampen-Wahnsinn der EU so vielleicht doch zum Vorteil auswachsen könnte.
Umso mehr erschrickt es mich dann, dass die EU jetzt so „irritiert“ ist. Liebe Leute, der Ausstieg war vor dem Gemurkse von Schwarz-Gelb einmal beschlossene Sache. Und wenn niemand „vorgeht“, kann auch keiner in Fußstapfen treten. In Deutschland besteht meiner Ansicht nach eines der größten Potenziale für „saubere Energie“ (auch da ist nicht alles Gold, was glänzt – jedenfalls aber was einerseits die Umweltfreundlichkeit der neuen und zu entwickelnden Technologien und andererseits die Schadensbilanz im Falle eines Unfalls angeht); wir haben gute Ideen, technisches Know-How und brauchen Innovationen um „das Wachstum zu halten“. Entsprechend sollte meiner Meinung nach (und ich bin ja nun wirklich nicht anti-europäisch eingestellt) die EU etwas flexibler zeigen, schließlich sind wir nicht nur Zahlmeister und Melkkuh (oder auch Schlachtvieh), sondern auch noch denkende Bürger eines Staates, der zwar sicherlich auch von der EU profitiert, aber auch eine ganze Menge mit gestaltet hat. Man kann sich nicht auf Dauer auf Katastrophentechnik ausruhen.
Ganz davon abgesehen ist der Gedanke, Deutschland solle bei seinem Ausstieg auch an die Folgen für die Nachbarländer denken, natürlich vollkommen korrekt – als freundliche Anregung mit einem kurzen Lob für den „mutigen Schritt“ oder so ähnlich, wäre es aber weniger sauer aufgestoßen als wenn Irritationen einiger Kommissare dazu führen, dass sich ein souveräner Staat respektive seine Bevölkerung der Denke gegenübergestellt sieht, man dürfe ohne die EU nicht an der nationalen Energiepolitik arbeiten. Das wiederum ist nämlich mein Gedanke: „Ach, jetzt müssen wir uns nicht nur vorschreiben lassen, dass wir Energiesparbirnen zu nutzen haben weil es die anderen nicht mehr gibt, jetzt müssen wir uns auch noch vorschreiben lassen, gefährliche Technik verwenden zu müssen, um diese Dinger zu betreiben!“. Ich weiß schon, worauf antieuropäische Tendenzen gründen…
Entfesselt blitzen
Entfesselt zu blitzen ist etwas Feines, wie ich finde. Leider hatte ich mangels angemessenem Budget damit bisher so meine Schwierigkeiten – vielleicht hat auch mein Anspruch an Leistung und Preis nicht so ganz mit dem Markt mitgehalten. Da aber mittlerweile der Canon-Auslöser ST-E2 spätestens gebraucht erschwinglich geworden ist, habe ich nun einen. Mit meinem mehr als zehn Jahre alten 420EX kann ich nun kabellos indirekt oder auch direkt, in jedem Fall aber entfesselt meine Fotos aufhellen. Die ersten Experimente sind auch schon gemacht:
[Update 31.05./18:10] Spanische Gurken und EHEC: Beschwerde o.O?
„Spanien selbst kündigte unterdessen an, dass es bei der Europäischen Union eine Beschwerde gegen deutsche Berichte über den Befall spanischer Gurken mit EHEC-Erregern einlegen wolle. Deutschland habe in dieser Sache gegen die EU-Regeln verstoßen, sagte Staatssekretär Josep Puxeu. Die deutschen Behörden hätten zuerst die Presse unterrichtet und nicht – wie vorgeschrieben – die Instanzen der EU. Die betroffenen Gurkenlieferungen, auf die sich die Berichte aus Deutschland bezogen, seien in Spanien lokalisiert und vorsichtshalber aus dem Verkehr gezogen worden.“
Beschwert Euch. Aber wehe, die Seuche kommt echt von Euch. Wer Wind sät, wird Sturm ernten!
Update 27.05./22:30 – Spiegel online hat es ein wenig ausführlicher.
Update 31.05./18:10 – Spiegel online meldet: Anderer Keim Ursache als der auf Gurken gefundene.
Sarkozy, eG8 und Co.
Der Spiegel online bringt in etwa das, was ich schon beim Verfassen von „Netzneutralität und Zweiklassen-Internet„, sowie „Kriminalität im Internet und die Folgen“ schrieb und auch allgemein meine Grundhaltung bei den Themen Vorratsdatenspeicherung und Websperren ist: Es wird nicht klappen, politisch oder juristisch mit ganz gleich welchen technischen Mitteln irgendwelche sozialen Probleme aus der Welt zu schaffen. Das Internet läuft so stabil, weil Techniker globale Standards entwickelt haben – und diese permanent weiter entwickeln. Es hilft nichts, für verschlüsselte Datenübertragungen zu sein und Hintertürchen für Ermittlungsbehörden haben zu wollen. Es bringt uns nicht weiter, wenn Antivirensoftware verpflichtend sein soll wenn man einen Internetzugang hat – aber dem Softwarehersteller zu untersagen, auch den „Bundestrojaner“ zu erkennen. Es ist inkonsequent, für eine Vorratsdatenspeicherung gegen organisierte Kriminalität (etc. pp.) zu sprechen und dann im Nebensatz zu erwähnen, dass auch bei „gravierenden Ordnungswidrigkeiten auf die Daten zugegriffen werden soll“.
Ich war überrascht – heise meldete, der Deutsche Innenminister wünsche sich mehr Selbstregulierung im Internet. Doch er hat damit recht: Wer Netzpolitik machen will, muss ein wenig Verständnis für die Vorgänge im Internet haben, sich ein wenig mit „der Community“ (wie manch ein Politiker schon sagte) unterhalten und auf ihre Argumente und Wünsche eingehen. „Betrug mit dem Tatmittel Internet“ wird immer Zahlungsströme in der realen Welt bedingen, jemand empfängt das Geld. Der auf Nachnahme zugesandte Backstein ist aber ebenso real wie derjenige, der das dafür bezahlte Geld irgendwo abhebt. Neben „get real!“, wird also genauso wichtig sein, auf die „Güte“ eines Verkäufers zu achten, ein wenig wachsam zu sein im Internet. Das betrifft den Einkauf, den Verkauf (schließlich gibt es auch Menschen, die auf Rechnung bestellte Waren dann nicht bezahlen) und ein gewisses Vertrauen und eine sichere Infrastruktur sowie ein Bewusstsein für den Datenschutz, für Community-Geschichten wie ebays oder Amazons Bewertungssystem, hin zu transparenten Regelungen und einer gewissen Selbstüberwachung. Schon wenn man zweimal denkt bevor man einmal klickt, Nachrichten nicht nur aus einer Quelle bezieht, hinterfragt, warum „das Netz gerade mal hakt“, ist man einen deutlichen Schritt weiter als man mit Gesetzen spontan kommen kann.
Netzneutralität und Zweiklassen-Internet
Der Spiegel und auch Golem brachten einen Artikel zum Thema Netzneutralität und die Ansätze der Telekom, scheinbar mit der Brechstange Qualitätsstufen einzuführen. Ich halte Qualitätsstufen für Unsinn und Netzneutralität für unabdingbar.
Schlussendlich halte ich das Bandbreiten- und Traffic-Problem für selbst verursacht und kaum „überraschend“. Nachdem in vergangenen Jahren Traffic in Peer2peer-Netzen dazu führte, dass entweder Ports geblockt, Traffic begrenzt oder gar der Wechsel des Anbieters mit „Kündigungsprämie“ Modelle waren, dem zu begegnen, wird jetzt wieder ein Goldesel zu Lasten der Kunden – und diesmal auch des Sytems – generiert. Selbst verursacht ist das Problem in meinen Augen dadurch, dass die (angeblich) verfügbare Bandbreite von 6Mbit/s auf 16 oder gar 30 MBit/s gestiegen ist, nicht nur in der Werbung. Wenn aber die Leitungen zu den Endkunden immer dicker werden, die Backbone-Aufrüstung aber augenscheinlich stagniert und die Leitungen mehr oder weniger offensichtlich „voll“ sind, dann wäre das vorhersehbar gewesen. Ich halte es nich für gut, die Breitbandigkeit der Hausanschlüsse jetzt wieder „rückgängig zu machen“, es war aber vollkommen klar, dass nicht nur die Datenmenge, sondern auch die Transferraten steigen werden, wenn die Leitungen „dicker“ sind. Ganz abgesehen davon ärgert es mich auch, wenn Youtube-Videos stocken – die kriege ich aber immerhin irgendwann, während ich mich über den Spruch „dieses Video enthält Content von … und ist in Deinem Land nicht verfügbar. Das tut uns leid.“ ziemlich ärgern kann (und mir salopp gesagt verarscht vorkomme).
Mein Fazit: Netzneutralität ist wichtig. Quality of Service auch. Aber so, wie es RFCs und Co. aufzeigen, ohne besondere „Zahlungsnotwendigkeit“, ganz gleich von welcher Seite.
Aufhebung des ZugErschwG
Manchmal ist es witzig, wie Pressemitteilungen zueinander eigentlich in massivem Konflikt stehen. Der neue Ansatz zur VDS aus Niedersachsen passt jedenfalls in meinen Augen kaum zu der Abschaffung des unsäglichen ZugErschwG – das sind wir aber hoffentlich dauerhaft los nun.
Verfolgungswahn Marke Busemann/Schünemann
Dem niedersächsischen Innenminister, Herrn Schünemann, traue ich schon länger ob seiner Geisteshaltung nicht mehr über den Weg. Würde er mich kennen, dächte er er sicherlich ähnlich, differieren unsere Ansichten bezüglich der „Inneren Sicherheit“ doch recht deutlich. Heise.de vermeldete allerdings heute wieder etwas, aus dem sich der Betreff dieses Artikels ergibt: Niedersachsen schickt Berlin „Formulierungshilfe“ zur Vorratsdatenspeicherung, so der Titel der Meldung. Die dort verlinkte Pressemeldung des nds. Justizministeriums ist überaus lesenswert.
Schlussendlich ist die Quintessenz, dass zwei Landesminister sich öffentlich dafür beweihräuchern, der Bundesjustizministerin „Formulierungshilfen“ für die Umsetzung einer Richtlinie der EU gegeben zu haben, die auf EU-Ebene umstritten und diskutiert ist – und im eigenen Land wenigstens von einem großen Teil der aktiven Netzbevölkerung nicht gewollt wird. Und ich denke, das ist schon die geringst mögliche Nennung einer „Gegnerzahl“.
Weiterhin zeigt sich erneut die Angabe von „organisierter Kriminalität, internationaler Terrorismus und Kinderpornografie“ als Gründe für eine VDS. Die aber sind ebensowenig neu wie fundiert (das wissen wir ja unter anderem dank Zensursula). In Zeiten, in denen nicht einmal Betrügereien via Internet-Bestellungen (bei der Zahlungen real auf Konten verbucht und Waren real durch die Gegend transportiert werden) aufgeklärt werden können, sollen Vorratsdaten das Allheilmittel sein? Ein Allheilmittel, das pauschal schon durch eine fehlerhafte Eingabe beim „Suchen nach Spuren“ dazu führen kann, dass Unschuldige den Schreck ihres Lebens bekommen?
Die Pressemeldung endet damit, dass gar nicht mehr über das „ob“ diskutiert werden könne, sondern nur noch über das „wie“ – diese alternativlose Geisteshaltung ist ebenfalls nicht neu bei tief verängstigten Menschen. Dennoch stünde es in meinen Augen Politikern ganz gut, auch einmal die folgende Frage zu stellen: „Wie wollt Ihr es denn sonst machen?“
Dass der „Diskussionsentwurf“ der beiden Minister nicht mit veröffentlicht wurde, spricht eine deutliche Sprache – wehret den Anfängen!

