Nicht jeder, der schlechte Laune hat und unzufrieden ist, hat Depressionen. Boreout, etwas anders als Burnout aber auch nicht gut, kanns auch sein. Ein Appell an Führungskräfte, Mitarbeiter langfristig und nachhaltig einzubinden und nicht aus Zeitarbeitsfirmen zu rekrutieren und zu entlassen wenn man keinen Bock mehr hat… ja, das ist provokant formuliert.
Archiv des Autors: mdiedrich
Windenergieförderung gefordert
Na das liebe ich ja schon wieder. Erst die Atomkraft geil finden und kaum mag man die aufgrund aktueller Ereignisse noch weniger als vorher, nach höherer Förderung für Offshore-Wind schreien. Statt einfach mal die Zukunftsperspektiven regenerativer Energien von sich aus anzugehen…
SpiegelOnline: „Um den Ausstieg aus der Kernkraft zu beschleunigen, müsse es mehr Investitionsanreize für alternative Energiequellen wie Offshore-Windparks geben.“ und „Die Rendite für die Betreiber der Offshore-Windparks würde von heute sieben auf bis zu zwölf Prozent steigen, schätzt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.“
Ich finde ansonsten den Ansatz, die Förderung höher aber kürzer zu gestalten, gar nicht dumm. Allerdings frage ich mich immer noch, wer das Märchen vom billigen Atomstrom noch glauben soll, und warum Windparks offshore nicht schon länger intensiv verfolgt werden. Erinnert mich ein wenig an die Debatte um CO2-Ausstoß von Motoren und der Debatte um Hybrid- und Wasserstoffautos. Da will auch niemand so recht den ersten Schritt machen. Auch sehr schade.
VDS-Evaluation mit Fehlern
Twister schreibt einmal mehr bei Telepolis recht deutlich, was das Problem an der EU-VDS ist. Lesenswert – wenngleich kaum Unerwartetes genannt wird, erklärt sie deutlich die Probleme und mangelnde Sorgfalt beim Ganzen. Schlussendlich ist die komplette Herangehensweise wie auch von meinereiner bemängelt, nur auf die Verifizierung der Nützlichkeit ausgerichetet, nicht aber der Notwendigkeit einer VDS. „Die VDS mit sich selbst begründet“, ist quasi das nicht neue aber immer noch erschreckende Fazit.
Fragenbogen und Antworten: http://ec.europa.eu/home-affairs/news/consulting_public/consulting_0008_en.htm
Atomausstieg und Energieeffizient
Lesenswert sind der Artikel „Der lange Ausstieg aus der Atomkraft“ bei Telepolis und sind auch die Hinweise des Umweltbundesamtes zu Energieeffizienz bei der Stromerzeugung und die weiterführenden Links.
Weniger Autos?
„Kretschmann will weniger Autos„, das war die Titelzeile eines Spiegel-Artikels heute online. „Wir müssen in Zukunft Mobilitätskonzepte verkaufen und nicht nur Autos“, so wird Herr Kretschmann von den Grünen zitiert. Hand aufs Herz, ist da der von Panik getriebene Aufschrei gerechtfertigt: „Winfried Kretschmann wandelt auf einem schmalen Grat, wenn er weniger Autos bauen lassen möchte. Weniger Autos bedeuten weniger Wohlstand und weniger Arbeitsplätze. Die Autoindustrie ist wesentliche Grundlage und bedeutendes Markenzeichen der Industrie und auch des Wohlstandes.“? Ich denke nicht, dass das gerechtfertigt ist. Manchmal sollte man einfach einmal zuhören und nachdenken, bevor man loskrakelt.
Natürlich brauchen wir nicht unbedingt weniger Autos, schon gar nicht in einem Ausmaß, der der Industrie ganze Herzinfarkte beschert. Wir brauchen aber weniger unnötig gefahrene Autokilometer und mehr Bewegung, mehr Bewusstsein für eine sparsame Ressourcennutzung und weniger CO2-Emissionen im Allgemeinen. Da wir auch von Atomkraftwerken Abstand nehmen, sollte man sich überlegen, auf welchen Wegen das noch so geht. Und da selbst im Verkehrsministerium ja keine Denkverbote existieren (was man bei der letzten Novellierung der StVO manchmal hat bezweifeln können), warum sollte dann ein frisch gewählter Politiker eines Landes nicht einmal etwas provokant eine These in den Raum werfen, die „in die Zeit passt“?
Energiewende: Meinung und neue Kategorie [Update 23.04./16:25]
Nachdem ich SpiegelOnline I und SpiegelOnline II gelesen habe, habe ich mich für die Anlage einer neuen Kategorie entschieden: Energiewende.
Gezeigt haben mir die beiden Artikel, dass mit ein wenig Glück endlich realistische Zahlen auf den Tischen landen, anhand derer man die Situation und die nötigen Anstrengungen endlich einmal bewerten kann. Natürlich ist eine „Energiewende“ nicht zum Nulltarif zu haben, billiger als ein Atomunfall wird es aber sicherlich. Das Thema wird noch interessant, speziell wenn man sich die kreativen Lösungen anschaut, die plötzlich aufkommen (wie z.B. die Stromleitungsnetze der Bahn „einfach mit zu nutzen“). Pumpspeicher im Harz sind ebenso dabei (nicht im Link, ich suchs die Tage nochmal raus) wie eben solche Lösungen und die scheinbare Abkehr von der schwarz/weißen Ansicht, Strom würde nur in Offshore-Windparks generiert und müsste dann quer durch Europa (oder wenigstens Deutschland) touren.
[Update 23.04./16:25]: Der HarzKurier berichtete am 18.04.2011 und bereits am 25.10.2010 über die Nutzbarkeit des Harzes respektive des Oberharzer Wasserregals als Energiespeicher. Auch die taz brachte relativ umfangreiche Informationen. Dieses kurze Ergebnis einer Suche im Netz listet sicher nicht alle Quellen auf; im Kontext der diversen Links fanden sich auch Hinweise zu dezentralen Energieversorgunsszenarien durch Blockheizkraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplung in anderen Zusammenhängen und Photovoltaik/Solarthermie in Kombination mit Holz-Pellet-Öfen und der Speicherung von Wärme in verschiedenen Materialien z.B. zur Versorgung von industriellen (Büro-)Anlagen durch selbst generierte Wärme. Auch Kühlung ist mit Sonnenenergie mittlerweile machbar. Schön zu sehen, dass langsam eine gewisse Weit- und vor allem Breit-Sicht auf die regenerativen Energiequellen beginnt.
Videoconverter (Windows)
Nach einigem Gefriemel mit verschiedenen kostenlosen Videoconvertern (Windows) habe ich diesbezüglich auf der Suche nach Alternativen mal wieder einen Blick ins Netz geworfen und bin mehr durch Zufall auf SGI’s Video Converter GUI gestoßen. Der OpenSource-Videoconverter hat „out of the box“ schnell und problemlos ein HD720p-Video umcodiert (gut, ist unter anderem ffmpeg hinter…). Befasst man sich mit den Einstellungen, lassen sich sicherlich gute Kompromisse zwischen Dateigröße und Qualität finden. Fazit: Scheint gut Potenzial zu haben und erspart einem Friemelei und Kommandolernen. Mal genauer ansehen.
IT-Projekte und Hochschulzulassungsverfahren
Dass manche IT-Projekte der öffentlichen Hand sagen wir „holprig“ verlaufen, wissen wir ja nicht erst seit toller Collect und dem ePA. Das Hochschulzulassungssystem wiederum schießt den Vogel aber wieder einmal ab. heise.de vermeldete ja schon mehrfach Schwierigkeiten; dass aber jetzt das ganze ein derartiger Rohrkrepierer geworden ist, hätte selbst ich so nicht vermutet.
Zitat aus dem schon oben verlinkten Artikel: „Durch das DoSV sollten Studienplätze schneller vergeben werden. Von diesen Plänen ist das Projekt jedoch schon lange abgerückt. Schon die jetzt verschobene Variante war nur noch ein bisschen zentral: Das Portal hätte den Bewerbern lediglich eine eindeutige ID geliefert, mit der sie sich dann weiterhin bei jeder Hochschule direkt beworben hätten. Die Synchronisierung mit der HIS-Software hätte per Dateiübertragung mit sftp stattgefunden.“ – ein Zulassungsverfahren mit zentralisierter Speicherung und DATEIÜBERTRAGUNG?! Immerhin per sftp (also verschlüsselt), ich hoffe aber inständig, dass die da keine mySQL-Dumps hin und her schieben und automatisch irgendwie im- und exportieren…
Untergebenen-Haue und zickige Aufmüpfigkeit
Das passiert (hier am Beispiel der PKW-Maut), wenn eine Frau mit Macht erst alle möglichen Mitstreiter und Kollegen mit wenig Rücksicht auf Verluste bei verschiedenen Themen mit harter Hand ins Aus kegelt oder die falschen zu lange unterstützt: Organisatorisches Chaos. Wer badets aus? Alle anderen.
Abgesehen davon empfinde ich die Idee einer PKW-Maut bei der derzeitigen Lage als geistige Umnachtung. Ohne echtes Konzept (unter Einbeziehung der Bevölkerung, und zwar nicht als Konsumenten einer Image-Kampagne, sondern als Menge denkender Individuen) wird das nix, und ich befürchte ehrlich gesagt massive Proteste, wenn da wieder ein mit der heißen Nadel und „noch in dieser Legislaturperiode“ hingefriemeltes Gesetz kommt, ausgesetzt wird und so weiter.
Zensus 2011: Au weia
„Und Ihr wundert Euch, dass Euch niemand mehr über den Weg traut?“, das könnte man auch nach Kenntnisnahme des heise-Artikels respektive der darin verlinkten PDF-Dateien sagen. Schaut man sich nämlich die Vergütung der Befrager an, stellt man fest: Für die Dulli-Antworten gibts Peanuts, für „erfolgreiche Befragung der Einheitsleitung im sensiblen Bereich“ gibts 12,50 EUR. Ein Schelm, der dabei denkt: „Na dann fragt der bestimmt nur die nicht sensiblen Bereiche und fühlt sich gar nicht gedrängt, die sensiblen hartnäckig zu hinterfragen…“. Ich hätte auch „wie man Vertrauen zerstört“ als Titel nehmen können.
Ganz davon abgesehen ist auch der verlinkte Leitfaden nebst den „Überzeugenden Hinweisen auf die Vertraulichkeit“ einen Blick wert.
