Na endlich. heise.de
Archiv des Autors: mdiedrich
Anfängerzahlen vs. Abbrecherquote: Informatik-Studium
Mal wieder gibt es eine Meldung, die nachdenklich stimmt: Golem.de „Boom bei Informatik-Studienanfängern hält an“
Was auch in dem Artikel steht: „Die Abbrecherquote liegt bei über 50 Prozent.“
Mich wundert das ehrlich gesagt nicht. Ich selber bin „cand. Wirt.-Inf.“ und stelle seit Jahren fest, dass allein die Organisation des Studiums sehr viele Fallen birgt. Die hohe Anfängerzahl in Kombination mit der hohen Abbrecherquote ist für mich schlussendlich ein klares Indiz dafür, dass die Vorstellung vom und die Realität des Studiums deutlich auseinander driften. Und das wiederum verwundert auch nicht, hat man in der Allgemeinheit doch das Bild des Mausschubsers, der ein bisschen an Systemen fummelt, findet man im Studium aber einen sehr hohen Theorie-Anteil, eine starke Mathe-Basis und leider nur wenige begeisterte Dozenten. Vielmehr erfährt man vor allem in den Grundlagenvorlesungen, dass Informatik staubtrocken ist. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass das universitäre Lernen viel Tiefe in Einzelthemen mit sich bringt, dafür aber kaum Überblick vermittelt (das soll der Student dann selber hinbekommen, Original-Aussage). Statt dem Studenten also eine Zielvorstellung zu geben und ihm zu vermitteln, dass die Einzelthemen von Relevanz und Zusammenhang sind, wird oft Scheibchen für Scheibchen Thema für Thema in den meisten Fällen ohne Verbindung zu anderen Vorlesungen oder realen Problemen abgehandelt. Es mag sein, dass ich mit meiner Idee falsch liege, statt eines „Bottom-Up“-Ansatzes mit einem „Top-Down“ zu beginnen. Mir persönlich sind aber Landkarten, auf denen ich einzelne Straßennamen lesen kann, kaum hilfreich, wenn ich die grobe Lage des Ortes innerhalb Deutschlands herausfinden will.
Alltagsprobleme?
Hm … doch mal wieder Nachrichten kommentiert:
1) Telepolis: Urheberrecht als Instrument der Willkür? – dass es Mitarbeiter eines Ladens gibt, die sich ernsthaft von den Fotos gestört fühlen, finde ich schon ein wenig merkwürdig. Dass sich ein „privater Sicherheitsdienst“ ernsthaft der Argumentation des „Beiwerks“ verschließt, erschließt sich wiederum mir nicht. Dass aber „die Bundespolizei“ der Schilderung im Artikel nach schlussendlich mit dem Urheberrecht wedelt, weil der Mann ein Logo eines Supermarktes fotografiert hat (und sich das Original aus dem Internet laden soll …), ist absolut hanebüchen.
2) heise.de: Botnetz scannt das Internet (…) – beim Lesen des Titels dachte ich schon: „Wär das geil, wenn man die erlangten Daten hätte …“, und was ist: Man hat sie! Rechtlich eindeutig mehr als grenzwertig, aus der Sicht eines Informatikers aber prinzipiell eine spannende Aktion. Unter Berücksichtigung gewisser positiver Details übrigens, so flog die Bot-Software vom Device beim Neustart und gab es eine Readme zum Projekt. Mein Fazit: Coole Aktion, sie wäre aber besser gewesen mit Zustimmung der Benutzer …
3) heise.de: Facebook löscht Kirchenkritik von Domian – dass man (nicht nur bei facebook!) irgendwelchen Zensoren ausgeliefert ist, ist doch bekannt. Das bringt das Internet so mit sich. Anarchie kanns auch nicht sein – hier ist das Pendel aber offensichtlich und eindeutig mal wieder zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen. Hint: Ich habe den Post nicht gelesen, kenne seinen Inhalt und seine Formulierung nicht und gehe davon aus, dass es sich nicht um Hetzreden, sondern um eine klare Meinungsäußerung gehandelt hat, die von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.
Die GEMA mal wieder
Obs wahr ist oder ob nicht, kann ich nicht wirklich feststellen (Telepolis). Wenns aber wahr wäre, wäre meine Meinung über diese eine Gesellschaft nunmehr endgültig.
Die Lächerlichkeit des Landesfrauenrats
Tja, was soll ich dazu noch sagen? Gut dass Lobby-Frauen heutzutage keine ernst zu nehmenden Probleme mehr haben … oder sind?
- Goslarsche Zeitung: Landesfrauenrat rügt Harzer Hexenwerbung
- NDR 1 Niedersachsen: Hexe wirbt für Bier
- evangelisch.de: Klosterkammer zieht Bierwerbung mit Hexe zurück
Warum ich das affig finde? Weils noch dümmlicher hochstilisiert ist als die Sexismus-Vorwürfe gegen Brüderle, bei denen immerhin noch eine Frau akut betroffen war. Mag gut sein, dass die in engen und ausgeschnittenen Klamotten sehr feminin und halb-modern dargestellte Hexe nicht jedermanns (oder besser -fraus) Geschmack trifft. Aber auf wen zielt denn die Werbung? Vorrangig auf Männer, richtig. Nackiger als zum „dummen Blondchen“ hochstilisierte Filmfiguren ist die Dame auf dem Bild nicht, jugendfrei ist das Bild allemal – und gehe ich im Sommer an einer Schule vorbei, sehe ich deutlich jüngere Jugendliche in teilweise offensiverem Outfit (rauchen, trinken, chilln, am Handy daddeln, …), die sich ihres Aussehens sicher weniger bewusst sind als es sich das Fotomodell gewesen sein wird. Ich wette: Wäre es ein in Schweiß gebadeter muskulöser Mann mit freiem Oberkörper gewesen, der nach schwerer Arbeit ein Bier trinkt, hätte es keinen Aufschrei (*Zaunpfahl werf*) gegeben, schon gar nicht von einem Lobbyistenclub (für Männer gibts nämlich keinen).
Fazit: Die Aktion des Landesfrauenrates war in meinen Augen dumm, irrational und ein Bärendienst für jede Frauenbewegung – weil es augenscheinlich keine wichtigeren Dinge gibt, für die man seine Energie hat aufbringen oder die Bedeutung des Wortes „sexistisch“ hat verwenden können. Glückwunsch (und ihr wundert Euch, dass manch Mann keinen Bock auf Frauen in Führungsetagen hat, um mal wieder die Frauenquotendiskussion ins Boot zu werfen …).
DJs sollen für Kopien von legalen Musikdateien zahlen?
Golem.de: DJs sollen für Kopien von legalen Musikdateien zahlen
Hm … versteht noch irgendjemand NICHT, warum die GEMA einen schlechten Ruf hat?
Datenschutz, Täterschutz und die CDU
Alter Finne, die Verstrahlten sterben aber auch echt nicht aus -.-!
- heise.de: Südwest-CDU gegen Klarnamenzwang und für Vermummungsverbot
- Golem.de: CDU will Verschleierung der Identität im Internet verbieten
- Andreas Deuschle, CDU-Abgeordneter (MdL): Was offline gilt, muss auch online gelten! (Link down)
- CDU-Landtagsfraktion BaWü: gleiche Pressemitteilung wie bei Deuschle
- ebenda: Reger Zuspruch zum Netzpolitikpapier
- Golem.de: CDU will alles doch nicht so gemeint haben
Grundsätzlich sind einige der Ansichten nicht falsch. So ist z.B. die klare Abkehr von Netzsperren positiv zu bewerten. Das Verbot der Nutzung anonymisierender Dienste ist jedoch inakzeptabel. Buzzword-Bingo eben: „Opferschutz wiegt hier höher als Täterschutz“, „Strafverfolgung muss jedoch im Falle kriminellen Handelns möglich sein. Wir fordern daher die Untersagung einer vollständigen Verschleierung der eigenen Identität mithilfe von technischen Manipulationen“. Daher wird auch Bargeld bald nicht mehr als anonymes Bezahlungsmittel akzeptiert. Oder?
Update 26.02.: Die Meldung ist bei Deuschle selber nicht mehr abrufbar, dafür gibts Nachschlag:
„Die Intention der Fraktion ist, klarzumachen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Das gilt vor allem für schwere, menschenverachtende Kriminalität. Es soll aber nicht bedeuten, dass eine ständige und vollumfängliche Überwachung stattfinden muss“, betonte Deuschle. Die Idee, die dahinterstecke sei dem Straßenverkehr entlehnt. Dort sei jedes Fahrzeug über ein Kennzeichen ermittelbar, ohne dass dies auf Unverständnis stoßen würde.
Das Problem ist, dass der Vergleich mit dem KFZ-Kennzeichen nicht funktioniert: Wenn ich ein Kraftfahrzeug (ein Fahrrad ist übrigens ebenso ein Fahrzeug wie ein Handwagen, beide brauchen aber kein Kennzeichen) fahre, ist es noch lange nicht meins. Wenn ich anonym fahren möchte (aus welchem Grund auch immer), nehme ich Bus, Bahn oder Taxi. Bus, Bahn oder Taxi zu fahren, wäre in diesem Vergleich dann aber verboten, und das kanns nicht sein …
E27-A60 LED-Leuchtmittel als Glühlampenersatz
Der Titel mag sperrig wirken, es geht aber um Ersatzmodelle für die „gute alte Glühbirne“. Ich persönlich bein aus verschiedenen Gründen kein Sparlampen-Freund:
- Einschaltverzögerung
- Zerbrechlichkeit
- Quecksilbergehalt (ja, man kann über das daraus resultierende Risiko diskutieren)
- Form und daraus resultierendes Aussehen sowie (Un-)Gleichmäßigkeit der Lichtabstrahlung
Nun gibt es ja mittlerweile problemlos LED-Leuchtmittel in diversen Formen zu kaufen. Durchaus gefreut habe ich mich darüber, dass die Standard-Glaskolben-Lampe mit E27-Schraubsockel wenigstens für gerichtet leuchtende Strahler mittlerweile einen LED-Ersatz hat. Da mir die drei Glühlampen (60W + 40W + 40W = 140W) in meinem Deckenstrahler das Einschalten vermiesten (und ich daher lieber im Dunkeln vorm leuchtenden Monitor saß, was auf Dauer auch nicht gut tut …), habe ich den Kauf von drei Modellen gewagt. Zwei waren gut, eines in meinen Augen kompletter Mist.
Bestellt habe ich alle drei Modelle bei Reichelt Elektronik, die Lieferung erfolgte gewohnt problemlos und zügig. Ich weise hier explizit darauf hin, dass ich keine Qualitätsprüfung mit angemessener Stichprobe durchgeführt, sondern nur drei Modelle aus dem Angebot dieses Versenders bestellt und in die passenden Fassungen geschraubt und sie eingeschaltet habe. Die Aussagen beziehen sich also nur auf die mir vorgelegen habenden Modelle und Chargen.
Modell 1: GreenLED EMS27A60-wt (Art. 0308)
- warmweiß (2700 K)
- 900 Lumen
- 9W
- angegebene Äquivalenz zu einer 75W Glühlampe (herkömmlich)
- nicht dimmbar
- knapp 20 EUR
- EAN 4250340103084
Dieses war die erste Lampe, die ich bestellt habe. Ich war begeistert! Das gute Stück ist hell, strahlt ein angenehm klares warmweißes Licht ab und weist keine Einschaltverzögerung auf.
Modell 2: zenaro LED A60 Lamp, SL-60B Series
- warmweiß (2700 K)
- 600 Lumen
- 8W
- angegebene Äquivalenz zu einer 40W Glühlampe (herkömmlich)
- dimmbar
- ca. 16 EUR
- EAN 4250566347637
Dieses Modell war das letzte das ich bestellt habe. Auch hier gibt es keine ernst zu nehmende Einschaltverzögerung (es scheint, als würde die Leuchte schnell aufgedimmt, das kann aber auch täuschen), das Licht ist ebenfalls warmweiß – aber etwas violetter als das des ersten Modells.
Modell 3: LED Globelampe 480 Lumen, 7 Watt (absichtlich ohne Nennung des Herstellers)
- warmweiß (3200 K)
- 480 Lumen
- 7W
- angegebene Äquivalenz zu einer 40W Glühlampe (herkömmlich)
- nicht dimmbar
- knapp 10 EUR
Überhaupt nicht überzeugen konnte mich dieses Modell. Die sichtbare Einschaltverzögerung (bei zwei Exemplaren noch dazu unterschiedlich lang) widerspricht meinem Verständnis der LED-Technologie. Die Angabe des Lichtstroms verwunderte mich ein wenig, da 480lm im Vergleich zu einer 40W-Lampe eher wenig/an der unteren Grenze scheinen. Für dieses Leuchtmittel mag es einen Anwendungszweck geben – wenn ich aber für eine „simple Glühbirne“ wesentlich mehr als früher ausgeben soll, muss sie meinen zugegebenerweise nicht ganz geringen Erwartungen genügen. Ging Retour. Danke für den sehr schnellen Austausch/Absendung meiner Neubestellung des zweiten Modells!
„Nebenbei“ fiel im Laufe der Zeit noch eine Sockel GU-10-Lampe ab. Ebenfalls von GreenLED (GUSC1015-ww, Art. 0016) mit 5,3W und 450 Lumen. Macht sich sehr gut in einem kleinen PAR-16-Strahlergehäuse und erhellt damit meinen Computertisch nebst Tastatur. Ebenfalls warmweiß ist sie mittlerweile das Dauerlicht am Arbeitsplatz.
Schon wieder die Bude mit vier Buchstaben
Die Bude mit vier Buchstaben ist – wer ahnt es? Die GEMA, genau.
Gewohnt eigen verhält sie sich im Streit mit Youtube, wie auch der Lawblogger schreibt. Ich meine, eine derartige Dickfelligkeit und überhebliche Arroganz ist kaum noch zu überbieten. Doch halt – sie haben es DOCH geschafft: BR-Space Night wegen höherer GEMA-Forderungen eingestellt (telepolis). Glanzleistung. Jetzt bekommen die Urheber dort gespielter Musik GAR keine Vergütung mehr, da sie nicht mehr läuft – wegen der GEMA-Forderungen, die ja NUR die Urheber schützen und füttern will. Ob das im Sinne der GEMA-Erfinder war?
Die Geister, die die GEMA rief …
… wird sie nun nicht mehr los.
Verkackt und selber schuld und dann zu arrogant um das zu bemerken, oder wie soll ich die Nummer (golem) verstehen?
Wer zu faul für den Link ist: Die GEMA fordert Unterlassung der GEMA-Hinweise in den Youtube-Sperrvermerken, da diese (gekürzt) „irreführend“ wären. Na dann. Sich auf angemessene Vergütungen zu einigen und im Gegenzug nicht mehr offizielle Youtube-Channels ausländischer Künstler zu blockieren (ja, das ist nicht unbedingt die GEMA, mag sein) fänd ich sinnvoller als die Aktion, aber tiefer kann die GEMA in meinem Ansehen eh kaum sinken, so what …
Zeigt aber, was für Gedankengut da vorherrscht: „ICH wills sperren aber DU darfst nicht sagen, dass ICH das war!“.