Archiv der Kategorie: IT und Kommunikation

Internet, Computer und was damit zusammen hängt.

Zurück in die Steinzeit oder noch weiter …?

Ich bin ein Dinosaurier:

Ich habe kein WhatsApp, mein Handy ist nicht Dauer-Online (dafür hält der Smartphone-Akku drei Tage), ich organisiere mein Leben und meine Hobbies per Kalender (ok, online), E-Mail und ToDo-Liste, halte mich HALBWEGS an Termine, definiere auch mal Kommunikationspausen, lebe immer noch und vergesse auf dieser Basis eher wenig, denke über Antworten nach und kann nach einiger Zeit nochmal nachsehen, warum ich etwas so und nicht anders entschieden habe.

http://www.welt.de/icon/article136706909/Prinzipiell-ja-aber-ich-kann-nichts-versprechen.html

Fehlermeldungen und ihre Ursache

1. Meldung: „Unique Element expected – symbol was not an element and the following text will be skipped until a proper symbol is found to recover.“

2. Meldung bei manuellem Durchprobieren: „Der angegebene DSN weist eine nicht übereinstimmende Architektur von Treiber und Anwendung auf“

3. Ursache: mySQL-ODBC-Treiber auf 64bit, mySQL-Server auf 32bit. Hätte das nicht mal einer schreiben können?!

4. Behebung: Deinstallation des 64bit-Treibers, Installation des 32bit-Treibers und dann Nutzung des 32bit-ODBC-Tools via C:\Windows\SysWOW64\odbcad32.exe, weil in der Systemsteuerung nur noch die 64bittigen angezeigt werden.

GLÜCKWUNSCH.

Überwachungswahnsinn oder tatsächlich von Relevanz?

Ich las eben drei Artikel:

  • http://www.heise.de/newsticker/meldung/Spiegel-BND-weitet-Internet-Ueberwachung-aus-1889298.html
  • http://www.heise.de/newsticker/meldung/BKA-Chef-wirbt-trotz-PRISM-weiter-fuer-die-Vorratsdatenspeicherung-1889259.html
  • http://www.heise.de/tp/artikel/39/39342/1.html

Es verwirrt mich, dass es immer noch eine große Lobby für den ganzen Überwachungswahnsinn zu geben scheint. Es spricht nichts dagegen, in der realen Welt Menschen zu beschatten und den „großen Lauschangriff“ auszuführen, sofern entsprechend tragfähige Verdachtsmomente und eine richterliche Anordnung vorliegen. Dieses geheimdienstliche oder bundeskriminalamtliche „wir suchen und überwachen aber das trifft eigentlich nur Verdächtige und die paar die wir sonst noch abhören sind nicht schlimm“-Gesabbel wiederum ist nicht schön. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diejenigen, die lauthals nach „MEHR!!!!!“ lechtzen es hinnehmen würden, würde man sie derart überwachen. Ganz davon abgesehen, dass Konzepte wie Steganografie nutzbar und „tote Briefkästen“ auch im Internet problemlos etablierbar wären, würde man das wollen. Genauso wie man Bomben ja auch ohne Handies fernzünden kann (wenngleich die GSM-Infrastruktur einem natürlich ein wenig Arbeit abnimmt oder einen Vorsprung bringen kann). Den Vogel abgeschossen haben sie in meinen Augen, als Diplomaten im Rahmen der Gx-Gipfelei abgehört wurden. Man schämt sich vor gar nichts mehr – und wundert sich über mangelndes Vertrauen?

Neue Signatur in einem Forum

Meine neue Signatur in einem Web-Forum:

Ein hoher Beitragscounter beim Autor steht nicht zwangsweise in Zusammenhang mit der Qualität seiner Beiträge. Hierbei sollte allerdings berücksichtig werden, dass überhebliche, unsachliche Kurzkommentare die Zahl schneller in die Höhe treiben als wohlformulierte Kritik mit Verbesserungsvorschlägen und Ausnahmen Regeln bestätigen können.

Telekom, Netzneutralität und Argumentationsprobleme

Die Telekom will bei Festnetzanschlüssen/DSL nach Erreichen eines Transfervolumens die Leitung drosseln (heise.de). Davon abgesehen dass sich die Frage aufwirft, ob das notwendig ist, ist die Folge davon: Wer Kohle hat und Kohle gibt, kriegt dicke Leistung – wer keine hat, fällt sogar unter die gewünsche Grundversorgung mit schnellem Internet ab, da die Leitung auf unter 1000k gedrosselt werden soll (ich las etwas von 384 kBit/s).

Bei den Fragen und Antworten ergeben sich nun neue Fragen, so dass ich hier mal ein paar Antworten kommentiere:

Warum führt die Telekom auch im Festnetz Volumentarife ein?
Wir wollen den Kunden auch in Zukunft das beste Netz bieten und dafür investieren wir weiterhin Milliarden. Immer höhere Bandbreiten lassen sich aber nicht mit immer niedrigeren Preisen finanzieren. Den Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen werden wir in Zukunft mehr berechnen müssen. Volumentarife sind im Mobilfunk längst üblich. Und sie haben den Vorteil, dass nur die Kunden mehr zahlen müssen, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen.

Das Problem: Die mobile Datennutzung ist technisch weitaus aufwändiger als DSL-Nutzung. Es ergeben sich Probleme auf dem Luftweg, außerdem sind zu einem Zugangspunkt viele Benutzer verbunden (alle, die denselben Sendemasten nutzen). Bei DSL gibt es vereinfacht gesagt einzelne Leitungen zu einzelnen Teilnehmern. Zusätzlich gibt es mittlerweile LTE. Es wirft sich mir also die Frage auf, ob das Argument der mobilen Volumentarife tatsächlich stichhaltig sein kann, da die Argumente für die Beschränkung im Mobilfunk auf Kabelverbindungen so nicht anwendbar sind. Schlussendlich kostet auch ein „dickerer“ Anschluss den Kunden mehr, aus einem dickeren Anschluss ergibt sich völlig logisch die Möglichkeit, ein größeres Datenvolumen zu nutzen. Das könnte man vorher bedenken.

Was ist mit Entertain?
Die Nutzung von Entertain wird nicht auf das integrierte Volumen angerechnet. Mit Entertain buchen die Kunden Fernsehen, deshalb müssen wir sicherstellen, dass sie nicht plötzlich vor einem schwarzen Bildschirm sitzen. Bei Entertain handelt es sich zudem um einen Dienst, für den Kunden extra bezahlen.

Wenn die Telekom die Leitungen auch für eigene Dienste verwenden will, dann soll sie sie dicker machen, aber das auf eigene Kosten. Ich nutze keine „Managed Services“, sondern will weiterhin meinen Flatrate-Zugang zum Internet haben. Dafür will ich das bezahlen, was ich bisher bezahlt habe, und dafür die gleiche Leistung behalten. Punkt.

Verstößt die Telekom damit nicht gegen die Netzneutralität?
Nein, denn Entertain und Sprachtelefonie sind im Gegensatz zu Internetdiensten Managed Services, die in einer höheren und gesicherten Qualität produziert und vom Kunden gesondert bezahlt werden. Reguläre Internetdienste werden diskriminierungsfrei nach dem „Best-Effort“-Prinzip behandelt, das bedeutet: so gut es die zur Verfügung stehenden Ressourcen ermöglichen. Das gilt auch für Internetdienste der Telekom.

Ähm … sorry Leute, „best effort“ heißt nicht, dass man seinen Kram bevorzugt und irgendwann (=zu einem beliebigen, durch das Erreichen einer willkürlich gezogenen Datenmenge daherorakelten Zeitpunkt) einen Hahn halb zudreht. Sinnvoller scheint mir da, die ewig schnelleren Zugänge nicht noch schneller zu machen, sondern bei meinetwegen DSL 16000 zu bleiben (in der Masse). Das reicht idR. völlig für den Heimanwender (schon 6000 ist an sich genug, meiner Meinung nach). Das löst auch das Problem mit den großen Datenvolumina. Wobei das der nächste kritische Punkt ist: Wenn das Datenvolumen pro Monat zu groß ist, liegt es ja nicht an der Dicke der Leitung/ihrem Durchsatz. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass eine Drosselung grundsätzlich wie von mir vorgeschlagen eine gleich bleibende Zugangsgeschwindigkeit ermöglicht, auf die man sich einstellen kann. Im Gegenzug dazu ist das Volumen-Drosselungs-Modell der Telekom für den Anweder extrem unkomfortabel, da es von einer kaum ausnutzbaren Geschwindigkeit zu einer unbrauchbaren Langsamkeit umkippt, möglicherweise vorwarnungsfrei.

75 Gigabyte sind doch viel zu wenig!
Im Schnitt verbraucht ein Kunde heute 15 bis 20 Gigabyte (GB). Das geringste integrierte Datenvolumen wird 75 GB betragen. Neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails ist dieses Volumen beispielsweise ausreichend für zehn Filme in normaler Auflösung plus drei HD-Filme, plus 60 Stunden Internetradio, plus 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming.

Die Statistik ist grandios. Was ist normale Auflösung? Mit welchem Codec? 60 Stunden Internetradio – das ist bei 6 Stunden pro Tag 1/3 Monat. Glückwunsch. 400 Fotos – bin ich Hobbyfotograf und tausche mit anderen ebensolchen Fotos aus, ist das schnell weg. 16 Stunden Online-Gaming: Welches Spiel? Ein Text-Adventure? Ein 3D-Egoshooter? Was ist mit Updates für Betriebssysteme, Virenscanner, Java, Flash und Co.? Mann mann mann …

Will die Telekom nicht einfach nur abzocken?
Von Abzocke kann keine Rede sein, die meisten Kunden werden von der Volumenbegrenzung nicht betroffen sein. Vorteil der Volumentarife ist, dass damit in Zukunft nur die Kunden mehr zahlen müssen, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchen. Grundsätzlich gilt: Die Telekommunikationsbranche in Deutschland insgesamt verzeichnet sinkende Umsätze. Gleichzeitig stehen Milliardeninvestitionen in den Breitbandausbau an. Es muss für Unternehmen die Möglichkeit geben, mit Investitionen Geld zu verdienen.

Naja, hier ist dann klar, woher der Wind weht: Es geht gar nicht darum, einem Kunden eine avisierte Dienstleistung zu erbringen – es geht um Kohle. Die Umsätze sinken, daher greift man in die Platitüdenkiste und beginnt mit „es muss …“. Bla. Bullshitbingo nenne ich das. Wenn ihr Eure Infrastruktur oder ihren Ausbau nicht mehr bezahlen könnt, weil Ihr jahrelang mit „MEHR POWER!!!!“ geworben habt und Ihr den Traffic jetzt nicht mehr transportieren könnt, ist das nicht mein Problem. Natürlich soll auch Magenta-T Geld mit seinen Investitionen verdienen können. Wenn ich Flatrate kaufe, will ich aber auch Flatrate haben. Meinetwegen „aber dann nur mit 16000er Leitung“, dafür aber ohne Veralberung des Kunden.

Was wird dessen Reaktion sein? Ich denke nicht, dass er mehr Volumen nachkaufen wird – er wird in eine dickere Leitung investieren, sofern verfügbar. Das macht dann wieder mehr Volumen … ein Teufelskreis.

Quelle der Zitate: Fragen und Antworten der Telekom

Anfängerzahlen vs. Abbrecherquote: Informatik-Studium

Mal wieder gibt es eine Meldung, die nachdenklich stimmt: Golem.de „Boom bei Informatik-Studienanfängern hält an“

Was auch in dem Artikel steht: „Die Abbrecherquote liegt bei über 50 Prozent.“

Mich wundert das ehrlich gesagt nicht. Ich selber bin „cand. Wirt.-Inf.“ und stelle seit Jahren fest, dass allein die Organisation des Studiums sehr viele Fallen birgt. Die hohe Anfängerzahl in Kombination mit der hohen Abbrecherquote ist für mich schlussendlich ein klares Indiz dafür, dass die Vorstellung vom und die Realität des Studiums deutlich auseinander driften. Und das wiederum verwundert auch nicht, hat man in der Allgemeinheit doch das Bild des Mausschubsers, der ein bisschen an Systemen fummelt, findet man im Studium aber einen sehr hohen Theorie-Anteil, eine starke Mathe-Basis und leider nur wenige begeisterte Dozenten. Vielmehr erfährt man vor allem in den Grundlagenvorlesungen, dass Informatik staubtrocken ist. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass das universitäre Lernen viel Tiefe in Einzelthemen mit sich bringt, dafür aber kaum Überblick vermittelt (das soll der Student dann selber hinbekommen, Original-Aussage). Statt dem Studenten also eine Zielvorstellung zu geben und ihm zu vermitteln, dass die Einzelthemen von Relevanz und Zusammenhang sind, wird oft Scheibchen für Scheibchen Thema für Thema in den meisten Fällen ohne Verbindung zu anderen Vorlesungen oder realen Problemen abgehandelt. Es mag sein, dass ich mit meiner Idee falsch liege, statt eines „Bottom-Up“-Ansatzes mit einem „Top-Down“ zu beginnen. Mir persönlich sind aber Landkarten, auf denen ich einzelne Straßennamen lesen kann, kaum hilfreich, wenn ich die grobe Lage des Ortes innerhalb Deutschlands herausfinden will.

Alltagsprobleme?

Hm … doch mal wieder Nachrichten kommentiert:

1) Telepolis: Urheberrecht als Instrument der Willkür? – dass es Mitarbeiter eines Ladens gibt, die sich ernsthaft von den Fotos gestört fühlen, finde ich schon ein wenig merkwürdig. Dass sich ein „privater Sicherheitsdienst“ ernsthaft der Argumentation des „Beiwerks“ verschließt, erschließt sich wiederum mir nicht. Dass aber „die Bundespolizei“ der Schilderung im Artikel nach schlussendlich mit dem Urheberrecht wedelt, weil der Mann ein Logo eines Supermarktes fotografiert hat (und sich das Original aus dem Internet laden soll …), ist absolut hanebüchen.

2) heise.de: Botnetz scannt das Internet (…) – beim Lesen des Titels dachte ich schon: „Wär das geil, wenn man die erlangten Daten hätte …“, und was ist: Man hat sie! Rechtlich eindeutig mehr als grenzwertig, aus der Sicht eines Informatikers aber prinzipiell eine spannende Aktion. Unter Berücksichtigung gewisser positiver Details übrigens, so flog die Bot-Software vom Device beim Neustart und gab es eine Readme zum Projekt. Mein Fazit: Coole Aktion, sie wäre aber besser gewesen mit Zustimmung der Benutzer …

3) heise.de: Facebook löscht Kirchenkritik von Domian – dass man (nicht nur bei facebook!) irgendwelchen Zensoren ausgeliefert ist, ist doch bekannt. Das bringt das Internet so mit sich. Anarchie kanns auch nicht sein – hier ist das Pendel aber offensichtlich und eindeutig mal wieder zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen. Hint: Ich habe den Post nicht gelesen, kenne seinen Inhalt und seine Formulierung nicht und gehe davon aus, dass es sich nicht um Hetzreden, sondern um eine klare Meinungsäußerung gehandelt hat, die von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.