Also so langsam wirds nen echter Witz. Die Schlecker-Frauen sollen jetzt auf Kinder- oder Altenpflege umschulen, außerdem wird mit McDonalds und Amazon angeblich über Jobs für die Entlassenen gesprochen. Es könne nicht sein, dass die Frauen jetzt als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stünden – und wenn man jetzt zufälligerweise NICHT von Schlecker entlassen wurde, dann darf das sein oder was? Witziges Getue. Es wäre wünschenswert, jetzt auf ein gesamtwirtschaftliches Problem aufmerksam zu machen: Als Akademiker mit Abschluss gibts auch erstmal Trainee oder „Knochenjobs“ mit Probezeit und Praktikumsanteil („um das Unternehmen erstmal kennen zu lernen“). DAS geht ebensowenig!
FBI raubkopiert Beweisdaten
Golem.de: FBI schaffte heimlich Daten von Kim Dotcom in die USA
Rechtlich scheinbar nicht strafbar, moralisch massiv verwerflich. Wer wundert sich noch, dass mit derartig „arbeitenden“ Ermittlungsbehörden niemand mehr etwas zu tun haben mag? So etwas schürt Kompetenzgerangel, Ablehnung und Misstrauen, Ihr Dünnbrettbohrer!
Legt die Schufa endlich an die Kette!
Golem.de: Schufa will Daten bei Facebook und Twitter suchen.
Die Idee des Datamining ist grundsätzlich und mir als Informatiker erst recht nicht neu. Auch die Idee, aus Beziehungen den „Stand einer Person“ (in der Gesellschaft, finanziell, Verbindungen zur Terroristen, wie auch immer) zu ermitteln, nicht. Neu ist, dass ausgerechnet das in meinen Augen sowieso schon intransparent und massiv übers Ziel hinaus agierende Datenmonster „Schufa“ jetzt einen auf Beobachter machen will. Ein Schelm wer den Gedanken hat, da stünde nicht nur die Schufa dahinter!?
Mal schauen, wessen Fördergelder da noch so fließen oder geflossen sind, das wird schon heraus kommen …
Verbesserung der Ausbildung und höhere Vergütung als Weg?
telepolis: Gute Zeiten für angehende Auszubildende?
Ich denke, grundsätzlich trifft der Artikel des Pudels Kern: Ohne Verbesserungen und Zugeständnisse wird es nicht gehen. Weniger „hohen“ Stoff, mehr fundierte und begreifbare Basics in den Schulen, eventuell mehr Geld in der Ausbildung, sicher aber mehr „work-life-Balance“ und weniger Leistungsdruck könnten entscheidende Faktoren für Verbesserungen in Bildung, Ausbildung und später dann Beruf sein. Ganz ohne „Markt“, wir sprechen schließlich von Menschen…
Und mal ganz by-the-way: Die „wenigen qualifizierten Schüler“ ist eine Formulierung, die extrem tief blicken lässt und inhärent randscharf in gute und schlechte Schüler trennt, von denen die „wenigen qualifizierten“ Aufstiegschancen haben, die „anderen“ eigentlich in Form der selbsterfüllenden Prophezeihung (steter Tropfen höhlt den Stein, langsam grenzt das schon an Mobbing!) dem Abstieg ausgeliefert sind. Nur merkwürdig, dass Unternehmen immer mal wieder lieber eine Stelle (für die sie ja SO dringend eine Fachkraft brauchen) unbesetzt zu lassen scheinen als sich darum zu bemühen, eine meinetwegen „Halb-Fachkraft“ zu finden und fortzubilden.
Schleichende Gefahr für die Demokratie
Nicht neu ist das, was in diesem Kommentar bei taz.de treffend zusammengefasst ist: Die Demokratie ist weniger durch Diktatoren und Kampfhandlungen bedroht als vielmehr davon, sich selbst abzuschaffen. Auch ich habe diesbezüglich schon einige Artikel hier in diesem Blog geschrieben und hoffe, dass mehr Menschen bemerken, wie sehr Politik heute von Machtstreben, Machterhalt und den im Kommentar beschriebenen „wichtigeren Dingen“ bestimmt wird.
F-Secure spricht Klartext: Gutes Statement, weiter so!
heise.de: Antivirensoftware: Keine Chance gegen Stuxnet und Co.
Das ist kein Grund auf Antivirensoftware zu verzichten. Wohl aber angenehmer Klartext, dass eine AV-Software eben sicher auch kein Allheilmittel sein kann. Die Firma wird mir immer sympathischer.
Musikindustrie kritisiert Googles Löschsystem
heise.de: Musikindustrie kritisiert Googles Löschsystem
Im einzelnen kritisiert er (Brad Buckles/RIAA, Anm. d. Bloggers), dass die Rechteinhaber bei der Suche nach illegalen Kopien ihrer Werke nur eine begrenzte Zahl von Anfragen stellen könnten.
Ähmja… wie soll das sonst laufen? Gigabit und gib ihm oder was? Oder gleich die Black Box auf dem Suchindex?
Das Ding names Google ist eine Suchmaschine. Wenn Ihr „take down“ wollt, wendet Euch an den Hoster und sucht dort selber. Oder räumt man Landminen indem man die Fundorte auf einer Karte löscht nachdem man einen Linienpiloten gefragt hat?
Ansonsten sind die Aussagen zu Statistiken ein bisschen tüddelig, denn Google vorzuwerfen, in die Statistik fänden „direkt an den Hoster geschickte Beschwerden“ keinen Einzug, verkennt völlig, dass Google mit eben diesen ja auch nix am Hut hat und ganz klar EIGENE Statistiken der EIGENEN Sicht der Dinge veröffentlicht – und nicht die Zahlen, die die Industrie gern hätte. Die müssen sie schon selber möglichst nachvollziehbar errechnen.
Update: Golem bringts auch: „1 Million von Google gelöschte URLs im Monat reichen nicht“. Jetzt mal ehrlich: Ergibt das alles noch einen Sinn?
Die europäische Kommission und das Demokratieverständnis
Telepolis: Europäische Kommission will Bürgerinitiative gegen Atomkraft nicht zulassen
Hm… wie war das mit dem „unbeliebt machen„… pauschal von vorneherein zu sagen, man sehe keine großen Chancen und hätte begrenzte Einwirkungsmöglichkeiten ist das Eine – kaputte Gesetze respektive deren Umsetzung einzuklagen und Bürgerinitiativen bereits im Vorfeld abzulehnen eine Andere.
Die Justizministerin als „Sicherheitsrisiko“? Und Bayern als Weisheitsheimat, oder wie?
Herr Uhl mal wieder. Na dann. Da es die CSU derzeit vorzieht, keine sinnvolle Politik sondern sich in mehreren Fragen lächerlich zu machen, quittiere ich die Aussage, die Justizministerin wäre ein Sicherheitsrisiko mal mit einem Achselzucken.
Dass die Bundes-CDU wiederum eine grundsätzlich eigensinnige Einstellung zu Demokratie und Sachargumenten hat, zeigt sich mit der Aussage, die „Justizminsterin müsse notfalls am Kabinettstisch überstimmt werden“. Was eigentlich spricht dagegen, einmal über Sachargumente zu sprechen, auf ebendiese des politischen Gegners einzugehen bzw. tragfähige Argumente für die eigene Position zu bringen statt polemischen Unsinn zu salbadern?
Fingerabdrücke, Formalitäten, Verfahren aber – kein EU-Bashing
Der Lawblogger schreibt: Doch keine Fingerabdrücke im Reisepass?
Es wäre wünschenswert, wenn sich hier heraus stellen würde, dass Fingerabdrücke (wie in den ursprünglichen Gesetzesentwürfen) FREIWLLIG abgegeben werden könnten, sollten und würden. Ich hoffe inständig, dass hier aufgrund von Rechtslagen und nicht politischen Drucks wegen entschieden wird.
Da sich meine Ansichten zu EU-Richtlinien derzeit etwas häufen, möchte ich ganz klar festhalten: Ich bin FÜR Europa. Auch der Euro hat ganz besonders uns Deutschen einiges gebracht. Was nicht geht, ist mit der heißen Nadel und offenkundig hahnebüchenen „Argumenten“ Dinge durchzupeitschen, deren Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen, deren Kosten außerdem doppelt von denjenigen getragen werden müssen, die unter den Auswirkungen zu leiden haben – und bei denen diese Auswirkungen schlussendlich ein offensichtliches Klima des Misstrauens und der Überwachung schaffen. Das kann in einer freien Umgebung nicht funktionieren und führt in der Regel zum Verfall der Gesellschaft, allgemeiner Verrohung und dem Drang, immer neue Schlupflöcher und Unterwelten zu finden.