EM-Fußball: Live oder nicht live?

Hm. Ich selber war bisher durchaus mehrmals bei dem Spielen mit deutscher Beteiligung der diesjährigen EM etwas angepisst, wenn „der Regisseur“ mal wieder irgendeinen Mist zusammenschnitt. Da wird – statt dem Zuschauer die Übersicht über einen Freistoß oder die Folgen eines Fouls zu erhalten – irgendein Spieler in Großaufnahme von hinten gezeigt oder kurz nach einem Abseits mit echter Torchance die Wiederholung des ersten Treffers der Partie gezeigt. Selbstverständlich ohne einzublenden, dass es sich um eine Wiederholung bzw. Aufzeichnung handelt, schon gar nicht mit Angabe des Aufzeichnungszeitpunkts.

Was taz.de hier schreibt, ist einer ganz anderen Hausnummer Höhe. Nicht dass ich es besonders verwerflich finde, dass z.B. die Szene mit Löw und dem Balljungen nicht „live“ war, vielmehr missfällt mir die Art und Weise, in der der Zuschauer mit teilweise wirren Schnitten vom Spielverlauf (auch ohne dass ein Flitzer über den Platz rennt) abgelenkt wird. Ich muss weder einen Flitzer im Fernsehen sehen, noch muss ich zuschauen, wie sich ein Spieler nach einem Treffer den Oberschenkel massiert und mit verzerrtem Gesicht aufsteht. Zum Spiel würde wenigstens das Letzte aber gehören, und wie der Schiedsrichter mit den Spielern umgeht oder eine Situation klärt, ist mir wesentlich wichtiger als die Großaufnahme einer Rückennummer oder der Blick auf die  Reservebank. Ich schaue ja das Spiel und nicht das Drumherum.