Archiv der Kategorie: Allgemein

Was sonst nirgendwo passt.

Whatever happened… Kreistagssitzung

Der Beitragstitel triffts: Während bei der Kreistagssitzung am 31.01.2011 der alte Kreistag unter Federführung der SPD noch versuchte, „auf Teufel komm raus“ eine Fusionsorientierung des LK Osterode am Harz zu den LKen Northeim und Göttingen durchzupressen (gegen den Antrag der CDU, auch mit den zuständigen Einrichtungen des LK Goslar zu sprechen), passierten heute erstaunliche Dinge: Die SPD-Fraktion entsandte Herrn Lorberg zu einer Rede, die sich gewaschen hatte. Neben klaren Bekundungen der Eigenständigkeit der Abgeordneten und des Landkreises Osterode zum jetzigen Zeitpunkt sowie dem klaren Willen, sich nicht unnötig und unbegründet einseitig unter Druck setzen zu lassen, gab es die klare Stellung dazu, gleichberechtigt mit Göttingen/Northeim UND dem LK Goslar verhandeln zu wollen und die für heute avisierte Priorisierung nicht vorzunehmen. Nicht ganz zu unrecht kam seitens der CDU der Hinweis, genau das hätte man schon im Oktober vergangenen Jahres haben können – das schwache Gegenargument, Goslar hätte damals noch gar nicht verhandeln wollen, wirkte pro forma. Der Kreisausschuss tagte vorher, kam allerdings trotz der als produktiv bezeichneten Sitzung nicht zu einer Entschließung, weswegen der TOP 6 der Kreistagssitzung (Eckpunkte/Forderungen) vertagt wurde. Abgestimmt wurde sodann darüber, bis August Kriterien und Zielvorstellungen zu präzisieren und auf der Kreistagssitzung im September dann erneut darüber zu sprechen.

Verehrte Damen und Herren Kreistagsabgeordnete, wenn Sie gleich und von Anfang an den Sachbezug und die objektiven, heute zu hören gewesenen Kriterien und Eindrücke demonstriert hätten, wäre ich nicht von einer Sitzung am 31.10.2011 nach Hause gefahren und hätte mir gedacht: „Oh mein Gott, was ein Kindergeburtstag“. Hoffen wir, dass die objektiven Kriterien und die avisierte Bürgerbeteiligung (die bisher nur in Form von Informationsveranstaltungen seitens der Fraktionen durchschimmerte) vertieft wird und Informationen weiterhin öffentlich preisgegeben werden. Genau das wurde heute auch gegenüber Göttingen gefordert, schließlich besteht  der Fusionspartner „Göttingen“ aus Stadt und Landkreis, bei denen die Stadt eine Sonderstellung einnimmt, was zukünftig zu Mitbestimmungsschwierigkeiten und finanziellen Umverteilungen führen könnte.

Ich bin echt gespannt, obs ein positives Ende nimmt, die letzten Wochen waren ja nicht so Erfolg versprechend …

Links für Interessierte:

Legt die Schufa endlich an die Kette!

Golem.de: Schufa will Daten bei Facebook und Twitter suchen.

Die Idee des Datamining ist grundsätzlich und mir als Informatiker erst recht nicht neu. Auch die Idee, aus Beziehungen den „Stand einer Person“ (in der Gesellschaft, finanziell, Verbindungen zur Terroristen, wie auch immer) zu ermitteln, nicht. Neu ist, dass ausgerechnet das in meinen Augen sowieso schon intransparent und massiv übers Ziel hinaus agierende Datenmonster „Schufa“ jetzt einen auf Beobachter machen will. Ein Schelm wer den Gedanken hat, da stünde nicht nur die Schufa dahinter!?

Mal schauen, wessen Fördergelder da noch so fließen oder geflossen sind, das wird schon heraus kommen …

Verbesserung der Ausbildung und höhere Vergütung als Weg?

telepolis: Gute Zeiten für angehende Auszubildende?

Ich denke, grundsätzlich trifft der Artikel des Pudels Kern: Ohne Verbesserungen und Zugeständnisse wird es nicht gehen. Weniger „hohen“ Stoff, mehr fundierte und begreifbare Basics in den Schulen, eventuell mehr Geld in der Ausbildung, sicher aber mehr „work-life-Balance“ und weniger Leistungsdruck könnten entscheidende Faktoren für Verbesserungen in Bildung, Ausbildung und später dann Beruf sein. Ganz ohne „Markt“, wir sprechen schließlich von Menschen…

Und mal ganz by-the-way: Die „wenigen qualifizierten Schüler“ ist eine Formulierung, die extrem tief blicken lässt und inhärent randscharf in gute und schlechte Schüler trennt, von denen die „wenigen qualifizierten“ Aufstiegschancen haben, die „anderen“ eigentlich in Form der selbsterfüllenden Prophezeihung (steter Tropfen höhlt den Stein, langsam grenzt das schon an Mobbing!) dem Abstieg ausgeliefert sind. Nur merkwürdig, dass Unternehmen immer mal wieder lieber eine Stelle (für die sie ja SO dringend eine Fachkraft brauchen) unbesetzt zu lassen scheinen als sich darum zu bemühen, eine meinetwegen „Halb-Fachkraft“ zu finden und fortzubilden.

Die europäische Kommission und das Demokratieverständnis

Telepolis: Europäische Kommission will Bürgerinitiative gegen Atomkraft nicht zulassen

Hm… wie war das mit dem „unbeliebt machen„… pauschal von vorneherein zu sagen, man sehe keine großen Chancen und hätte begrenzte Einwirkungsmöglichkeiten ist das Eine – kaputte Gesetze respektive deren Umsetzung einzuklagen und Bürgerinitiativen bereits im Vorfeld abzulehnen eine Andere.

Eine lächerliche Absurdität von 315036,54 EUR pro Tag

Golem.de: Klage der EU stößt auf Protest

Protest ist ja auch das Mindeste. Die EU-Kommission hat tatsächlich ein Verfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet. Ein Witz, wenns nicht so traurig wäre. Vollkommen behämmert ist es sogar in meinen Augen, hält man sich vor selbige, dass Deutschland eine Richtlinie umsetzen soll, deren Novellierung mehr als nur in Aussicht gestellt und die von mehreren Ländern auch nach ihrer Umsetzung nicht als positiv bewertet wurde.

So kann man sich – neben dem Verbot von Glühlampen – echt extrem unbeliebt machen. Und das bei der Bevölkerung des größten Geldgebers. Mutig, mutig… denn auch wenn Geld nicht alles oder gar ein Freischein ist, ist an dem Ast zu sägen auf dem man sitzt selten ein guter Gedanke.

Kaiser-Wilhelm-Schacht: Ausstellung und Freigelände

Einen Blick ist es in jedem Fall wert, das Gelände des Kaiser-Wilhelm-Schachts in Clausthal. Von April bis Oktober derzeit täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Mit Glück erwischt man eine Führung und kann sowohl einen informativen Film zur Arbeit der Harzwasserwerke (Öffentlichkeitsarbeit) in Bezug auf die alten wasserführenden Anlagen sehen, also auch an Erklärungen z.B. der Fahrkunst teilhaben. Das Modell einer Fahrkunst steht wandhoch im Ausstellungsraum, dessen Inhalt sich im Wesentlichen auf die Gräben und Wasserlösung im Harz im Laufe der Jahrhunderte bezieht. Viele Fotos und Zeichnungen sowie teilweise mehrere Meter lange Reproduktionen alter Skizzen der untertägigen Anlagen findet man hier. Zu fotografieren wurde mir auf Nachfrage freundlich gestattet, ich finde es aber nicht richtig, zuviele Details aus einer solchen, mit Mühe und Akribie zusammengestellten Ausstellung hier zu zeigen. Daher nur zwei Fotos von drinnen – und der Tipp, einfach mal hinein zu schauen!