Archiv der Kategorie: Politik

Zum aktuellen (Tages-)Geschehen in der Politik

Argumentlose Phrasen des BMI

Es gibt wieder etwas Neues vom BMI, dem offenkundig die Argumente ausgehen. „Das Internet darf nicht gesetzlos werden“ – so meldet heise heute.

Das, liebe Ministerinnen und Minister der C*U, verlangt niemand und behauptet außer Euch auch mittlerweile kaum noch jemand. Ansonsten solltet Ihr einmal aufhören, den Kauf von Alkohol (also reale Waren in der realen Welt) mit Alterskontrolle (wohlgemerkt ist nur das Merkmal „Alter“ zu prüfen, nichts anderes) mit der Veröffentlichung von Hetzparolen im Internet zu vergleichen. Das nämlich ist als Antwort auf Kritik genauso dümmlich wie Ihr immer wieder die Kritik selber nennt. Klarheit, Wahrheit und Verlässlichkeit wiederum sind meiner Ansicht nach genau die Dinge, die war zwar brauchen, die kriegen wir aber nicht über nationale Gesetze und letztendlich Filter und ähnlichen Unsinn, sondern über die viel gepriesene Medienkompetenz. Man sollte schlussendlich einfach nicht alle für blöder halten als man selber ist; gerade (und das ist allgemein gesprochen und nicht auf irgendeinen Politiker fokussiert) Menschen, deren Intellekt oder Wissen bei einem Thema deutlich beschränkt ist, verkennen da nämlich mangels Sachverstand manchmal die Wertigkeit…

Innenminister, Anonymität, Netzverständnis und Weitblick

  1. Spiegel-Interview
  2. Reaktionen auf die Anonymitäts-Forderung unseres BMI Friedrich – Parteien
  3. Reaktionen aus dem Internet
  4. Telepolis
  5. Der lawblogger
  6. Die Süddeutsche

Ich denke, die Liste wird in den nächsten Zeiten so weiter gehen – belassen wir es dabei, dass Parteien mit „C“ zu Beginn der Abkürzung respektive deren Minister wie bereits neulich festgestellt ein merkwürdiges Verhältnis und wenig Verständnis haben.

Kommentar zur Bildungsmisere in der taz

Einen lesenswerten Artikel lieferte heute die taz zum Thema Bildung.

Leider stimmts – strategielos wird immer wieder an der Bildung herum experimentiert, Bologna verwirrt mehrere Generationen von Studenten, Gelder fehlen und Studiengebühren machen es extra schwer. Den Seitenhieb in Form des Vergleichs mit der Bankenrettung hätte es nicht unbedingt gebraucht, leider ist die monetäre Bilanz aber schon richtig: Dauerhaft und langfristig würde Bildung vermutlich deutlich weniger kosten als es Banken- und Eurorettung derzeit tun.

Fukushima: Nochmal schlimmer als erwartet

Es ist immer dieselbe Leier: „Wir haben viiiiiel gemessen, wissen aber nicht woher es kommt“. Diesmal sind es 10 Sv. Auch die Folgen von verklapptem radioaktivem Wasser im Meer hätte man sich ausmalen können. Stattdessen folgen immer neue „huch!“-Meldungen seitens der Betreiberfirma Tepco und neue Strahlenhöchstdosen an Stellen, an denen man nicht mit ihnen gerechnet hätte. Die taz fasst es schön zusammen.

Ich bin froh über den Ausstieg und ich denke, auf Dauer werden die Deutschen nicht alleine damit bleiben.

Tages-Nachrichten schnell kommentiert

SpOn: Tepco misst Rekord-Strahlungswert. Insgesamt ein epic fail, sofern man eine Messung nach einem Super-GAU noch epischer nennen kann als den Super-GAU einer Kernschmelze selber…:

Mehr als zehn Sievert pro Stunde betrug die Strahlung am Boden eines Abzugsrohrs zwischen den Reaktoren 1 und 2, wie die Agentur Jiji Press am Montag meldete. (…) Die Ursache für die neue Rekordstrahlung wurde laut einem Tepco-Sprecher am Montag noch geprüft. (Spiegel Online, Link oben)

SpOn: Schlips-Code an Schulen – der zitierten Aussage kann ich wenig hinzufügen. Was Wettbewerb im Bildungswesen verursacht, sehen wir seit dem verkürzten Abitur an Gymnasien und seit Bologna und „Exzellenzinitiativen“ an Hochschulen.

Das System sei rückschrittlich und würde vielleicht den Wettbewerb fördern, aber nicht den Unterricht verbessern.

SpOn: Viele Fachkräfte sind arbeitslos. Prinzipiell mein Reden und scheinbar doch nicht nur ein diffuses Gefühl meinerseits. (vgl. auch die taz).

Vermutlich Hintertür in Crypto-NAS. So macht man sich Freunde und kann langfristig den Markt für sich erobern. Selbst wenns eine „harmlose“ Ursache hat – die Anfrage nicht zügig und umfassend zu beantworten, weckt nicht besonders viel Vertrauen.

Polizeipräsenz und soziales Verhalten im Internet: Laut wurde es um SPD und CxU in den Tagen nach Bomben und Amoklauf von Norwegen. Der Chef der einen fordert jetzt mehr Beteiligung der „Internet-Community“, schließlich wären Beleidigung, Mobbing und Aufruf zu Straftaten auch im Inernet eben solche. Ach. Die schwarzen Gegenspieler wiederum wären Pawlow gute Studienobjekte gewesen: „Anschlag!“ – „ÜBERWACHUNG! VDS! DAS INTERNET IST BÖSE!“. Gute Reflexe.

 

Emnid: Repräsentative Umfrage unter 504 Personen…

Die BamS hat eine „repräsentative Umfrage unter 504 Bundesbürgern“ redaktionell veröffentlicht:

  • 79% wollen keine Schusswaffen in privaten Haushalten
  • 80% wollen mehr Internet-Kontrolle, allen voran Frauen und Unionswähler
  • 68% wollen ein NPD-Verbot, 81% aller Unionswähler wollen dies
  • 64% sind für ein Killerspiel-Verbot

Link (kein Hotlink): http://www.bild.de/politik/inland/umfrage/nach-norwegen-massaker-deutsche-gegen-schusswaffen-in-privat-haushalten-19141612.bild.html

Frage: Welche Fragen wurden gestellt, wie repräsentativ sind 504 Personen und hat man vorher eingeleitet mit: „Nach den schrecklichen Anschlägen von Norwegen und in Gedenken an Bad Kleinen, was denken Sie über…“?